Im
Protokoll der 50. Gemeindekirchenratssitzung vom 22.11.1870 finden wir
unter anderem folgende Eintragung: „Heute ist das Krugfischereigebäude
in Criewen abgebrannt. Das Umsichgreifen des Feuers konnte verhindert
werden, aber die Fischerei-Eheleute Francke haben alles verloren und waren
nicht versichert. Der Pfarrer will Liebesgaben sammeln. Inzwischen sind
schon 14 Taler eingesammelt worden."
Wie
und durch wen das Umsichgreifen des Feuers verhindert werden konnte, ist
leider nicht überliefert. Es ist aber nicht anzunehmen, dass es eine
Feuerwehr gegeben haben muss. Wann jedoch die Criewener und Zützener Wehr
gegründet wurde, ist nicht bekannt. Gustav Matthes, geboren am 17.11.1913
erzählt folgendes: „In jener Zeit hatten wir in Criewen eine sogenannte
Pflichtfeuerwehr. Jeder Haushalt musste eine männliche Person für den
Dienst in der Feuerwehr bestimmen. Da mein Vater schon früh körperlichen
Gebrechen unterlegen war, musste ich bereits mit 14 Jahren der damaligen
Ortswehr beitreten. Bei Übungen und Einsätzen mussten Pferdegespanne
pflichtgemäß zur Verfügung gestellt werden. Im Jahre 1929 brannte das
Zützener Schloss und zu Beginn der 30er Jahre der Dachstuhl, ausgelöst
durch die Räucherkammer, beim Bauern Georg Matthes, wo die Feuerwehr noch
mit Handdruckspritze und Eimerketten arbeitete."
In
den 50iger Jahren kam offiziell eine weitere Aufgabe hinzu – die
Wachsamkeit. Die Feuerwehr hatte und hat aber nicht nur mit Brand- und
Katastrophenschutz zu kämpfen, sondern auch mit der technischen
Ausstattung. Durch das Volkspolizeikreisamt, Abt. Feuerwehr wurde in den
Feuerwehren der Gemeinden Kontrollen durchgeführt. Im Protokoll einer
solchen Kontrolle vom 27.08.1956 wird der desolate Zustand der Ausrüstung
der Criewener Wehr, der wohl zu dieser Zeit in jeder Gemeinde zutreffend
war, dargestellt.