Am
25.04.1929 wurde in der Gemeinde Gatow von 25 Bürgern die Freiwillige
Feuerwehr gegründet, welche zum Zeitpunkt zu 87% aus Arbeitern und
Kleinbauern bestand. Sie verpflichteten sich Eigentum und Leben der
Einwohner vor Feuergefahren zu schützen. Im Juni 1929 erhielt die Gatower
Wehr ein Schreiben, das sie in den Brandenburgischen
Provinzial–Feuerwehr-Verband e.V. aufgenommen und dem Angermünder
Kreisverband zugeteilt wurden.
Es
gab einen konkreten Einsatzplan, der z.B. den Vorspanndienst mit Pferden
oder die Besetzung der manuellen Feuerwehrspritze regelte. Während des
2.Weltkrieges mussten viele Mitglieder den Blauen Rock der Wehr gegen den
Grauen der Wehrmacht tauschen. Die im Ort verbliebenen Wehrleute, wie
Willi Zachritz, Ernst Sternbeck und Karl Lerm, setzten ihre ganze Kraft
ein, um die Wehr einsatzbereit zu halten. Der Krieg brachte für die
Gemeinde ca. 75% Kriegsschäden. Erst nach Wochen und Monaten kehrten die
Einwohner in ihre Heimatgemeinde zurück, Unterkünfte wurden gebaut und die
Landwirtschaft wieder aktiviert. Auch über die Wiederaktivierung der
Feuerwehr wurde nachgedacht. So übernahmen 1949 Gustav Köhler, Wilhelm
Lerm, Ernst Bremer und andere Kameraden die Werbung junger Leute für die
Wehr.
Unter Leitung von Wilhelm Lerm wurde eine FDJ–Feuerwehrgruppe gegründet.
1968 gründete sich in der Gemeinde eine Frauenlöschgruppe mit damals 8
Frauen. Diese waren vorwiegend im vorbeugenden Brandschutz tätig.
1992
stellte der Wehrführer Ernst Böhlke den Antrag auf Abberufung aus
gesundheitlichen Gründen, Gerhard Zürner folgte als Wehrführer.
Im
Zuge der Eingemeindung 1993 in die Stadt Schwedt/Oder wurde die Gatower
Wehr Löschzug 6 der FF Schwedt. Der Löschzug 3 -Heinersdorf- übernahm eine
Patenschaft. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Wehr 42 Mitglieder. Den
größten Einsatz bewältigte man während des Oderhochwassers 1997. Im Jahr
2000 wechselte die Löschzugführung von Gerhard Zürner an Rene Zürner.
Aufgrund fehlender Mitglieder wurde 2002 der Löschzug Gatow zur
Löschgruppe herabgestuft.
Ende
2004 stand die Löschgruppe dann kurz vor dem Aus. Ein letzte Hoffnung war
die Gründung einer Jugendfeuerwehr. Trotz aller Probleme in dieser Zeit
absolvierten die verbleibenen Kameraden erfolgreich Lehrgänge wie
Sprechfunk, Atemschutzgeräteträger, Truppführer oder Maschinist für
Löschfahrzeuge. Rene Zürner legte sein Amt als Löschgruppenführer Anfang
2005 nieder. Bis dato fehlt noch immer ein Nachfolger für ihn. Zu diesem
Zeitpunkt zählte die Wehr nur noch 7 aktive und 5 Jugendfeuerwehrleute.